4 Ordnung
1Ordnung ist relativ. 2Sie ist zeitlich, räumlich oder gesellschaftlich begrenzt. 3Gesellschaften können Regeln haben, die von Gesellschaft zu Gesellschaft unterschiedlich sind. 4Sie können das Gemeinwesen in Toleranz suchen, oder Egoismen und den Konflikt in Kauf nehmen. 5Das selbe gillt für jede einzelne Gesellschaft auch im Inneren. 6Was die einen ordentlich nennen, ist für andere ein Missstand. 7Was für die einen Regel ist, ist für andere Willkür.
8Physik, Chemie und Biologie kennen diese Unterschiede nicht. 9Sie funktionieren vorbehaltslos ohne Interpretation, ohne aktiv eigene Interessen zu vertreten. 10Was dort Ordnung ist, gilt als Naturgesetz. 11Was in Gesellschaften Ordnung ist, gilt als Kultur, Religion, Ideologie, Gesellschaftsform, Wirtschaftsform, Staatsform und wird von Menschen definiert. 12Im Ringen um Vorteil, Macht und Ressourcen legitimieren Menschen ihren Anspruch durch die jeweilige Ordnung. 13Die Ungleichgewichte führen zu Konflikten und in der Folge wirkt das Zusammenspiel der Menschheit nicht mehr ordentlich.
14Die Tendenz ist eine Destruktive. 15Die Menschheit beutet Ressourcen aus und verschwendet sie in Konflikten und Gier, die mit Macht für überzogenen Einzelbedürfnisse durchgesetzt werden. 16Da ist keine Harmonie und Stabilität, aus der eine Weiterentwicklung stattfinden könnte. 17Ordnung ist hier eine subjektive Größe. 18Dabei ist das Subjekt nur ein Teil des Ganzen in der Menschheit. 19Wenn jedes Atom seinen eigenen Regeln folgte, gäbe es keine Zukunft für alles was wir Chemie nennen. 20Wenn jedes Individumm das tut, gibt es die für die Menschheit auch nicht.
21Nicht Individualität ist das Problem, sondern entgrenzter Individualismus, dort, wo er das harmonische Ganze sprengt. 22Soziales Miteinander ist keine moralische Zugabe, sondern die notwendige Harmoniebedingung des Ganzen, um stabil zu sein.