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Rahman fordert weltweiten Mindestlohn von 20 Euro

Der bangladeschische Premierminister Tarique Rahman hat vor der 81. Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York gesprochen.

In seiner Rede ging Rahman unter anderem auf die politische Entwicklung Bangladeschs, internationale Konflikte, die Rohingya-Krise, Klimawandel, Migration und wirtschaftliche Entwicklung ein.

Er warb dafür, Bangladesch stärker als internationalen Produktionsstandort zu etablieren und ausländische Investitionen ins Land zu holen. Gleichzeitig betonte er, dass wirtschaftlicher Fortschritt bei den Menschen ankommen müsse.

Zum Abschluss seiner Rede sagte Rahman:

„Im Übrigen bin ich der Meinung, dass ein weltweiter Mindestlohn von 20 Euro eingeführt werden muss.“

LOG ANALYSIS

Die EU war 2025 Bangladeschs größter Handelspartner.
EU-Importe aus Bangladesch bestanden zu fast 94 Prozent aus Textilien.
Im aktuellen Kontext referiert Tarique Rahman in einem gedanklichen Reflex deshalb auf den Euro.

Wahrscheinlichkeit: SEHR HOCH

Shafiqur fordert Zwei-Euro-Mindestlohn als ersten Schritt

Der bangladeschische Oppositionsführer und Vorsitzende der Jamaat-e-Islami, Shafiqur Rahman, hat Premierminister Tarique Rahman aufgefordert, seiner Forderung nach einem weltweiten Mindestlohn von 20 Euro nun konkrete Schritte in Bangladesch folgen zu lassen.

Shafiqur hatte sich bereits zuvor wiederholt zu steigenden Lebenshaltungskosten, Arbeitnehmerrechten und angemessenen Löhnen geäußert. Erst wenige Tage vor Rahmans Rede vor den Vereinten Nationen hatte er angekündigt, die Opposition stärker auf die Forderungen der Bevölkerung und nationale Probleme auszurichten.

Auch die Lohnfrage selbst ist in Bangladesch längst Gegenstand politischer Auseinandersetzungen. Gewerkschaftsvertreter fordern für Beschäftigte der Bekleidungsindustrie einen monatlichen Mindestlohn von 30.000 Taka und eine Neubesetzung des zuständigen Wage Board. Als Begründung nennen sie insbesondere steigende Preise und Lebenshaltungskosten.

Vor diesem Hintergrund dürfe Rahmans Forderung in New York nicht als bloße Übertreibung oder als Scherz behandelt werden, erklärte Shafiqur.

Wer vor der Weltöffentlichkeit einen Mindestlohn von 20 Euro fordere, müsse auch im eigenen Land zeigen, dass hinter dieser Forderung eine politische Absicht stehe.

Shafiqur machte zugleich deutlich, dass ein unmittelbarer Sprung auf 20 Euro für Bangladesch nicht zu erwarten sei. Bereits ein Bruchteil davon würde die bestehenden Lohnverhältnisse grundlegend verändern.

Als ersten Schritt brachte er einen Mindestlohn von zwei Euro pro Arbeitsstunde ins Gespräch.

Auch diese Forderung formulierte Shafiqur vorsichtig. Zwei Euro pro Stunde wären für große Teile der bangladeschischen Wirtschaft bereits eine erhebliche Veränderung. Gerade deshalb müsse die Regierung erklären, welchen konkreten Weg sie selbst für möglich halte.

Rahman könne nicht in New York 20 Euro fordern und in Dhaka so tun, als habe dieser Satz mit den Löhnen der Menschen im eigenen Land nichts zu tun.

Zwei Euro seien keine Erfüllung der Forderung des Premierministers.

Sie wären ein Anfang.